Seeschiff
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Aquis Granus IV


Seit Juni 2005 befährt die Aquis Granus IV die Meere für den Akademischen Seglerverein der RWTH zu Aachen. Die 1997 vom Lutra Design Team Amsterdam gezeichnete und bei Green Marine in Lymington komplett aus Kohlefaser gefertigte, waschechte Regattayacht wurde von ihrem Voreigner Piet Vroon bereits sehr erfolgreich bei zahlreichen Hochseeregatten an den Start gebracht. Höhepunkt war der Sieg beim renommierten Fastnet Race im Jahre 2001. Im gleichen Jahr wurde das damals unter dem Namen „Tonnere de Breskens“ segelnde Schiff vom Royal Ocean Racing Club zur „Yacht des Jahres“ gekürt.

Für den ASV Aachen verbindet die vierte Aquis Granus in idealer Weise den Wunsch nach einem robusten und in jeder Situation sicheren Schiff mit den sportlichen Regattaambitionen des Vereins. Sie beerbt die Aquis Granus III als Seeschiff des ASV, die uns 21 Jahre lang treue Dienste auf See leistete.


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Bau des SchiffesConstruction

Die Aquis Granus IV, damals noch „Tonnerre“, wurde vollständig aus „Prepreg Carbon“, also mit Harz vorimprägniertem Carbon, gebaut.  Die Prepregs wurden über eine Positivform drapiert und anschließend unter Vakuum in einem Ofen ausgebacken. Das Schiff wurde in mehreren Stufen auf bis zu 85°C aufgewärmt. Dadurch wurde das Harz zunächst verflüssigt, um sich gleichmäßig verteilen zu können und um überflüssiges Harz ablaufen zu lassen. Im weiteren Prozess wurde das verbliebene Harz ausgehärtet. Die hohe Oberflächenqualität der äußersten Schicht wurde durch die sogenannte „peel ply“-Methode erreicht, in der eine Nylonschicht auf das Laminat aufgebracht und nach dem Härten wieder entfernt wird. Sie hinterlässt eine Oberfläche, die eine perfekte Ausgangsbasis für das Lacksystem bietet.

Der Rumpf ist eine Sandwich-Konstruktion, welche aus mehreren Schichten bidirektionalem Carbon und Santo-Schaum besteht. Die Dicke des Sandwich in der Rumpfschale ist nicht gleichmäßig. Besonders belastete Bereiche, wie der um den 3.4m langen Hubkiel, sind verstärkt, um die hohen Materialbeanspruchungen aufnehmen zu können.

Design

Für die Lutra Design Group lag das Hauptaugenmerk beim Design auf der Konstruktion eines besonders ausgewogenen Bootes. Wesentlich dazu beitragen sollen eine hohe Stabilität und eine auch bei Krängung nahezu unveränderte Wasserlinienlänge. Ähnliche Konzepte waren bereits auf kleineren Schiffen erfolgreich. In der Praxis ist die Aquis Granus IV leicht zu steuern und bietet hohe Vorwind-Qualitäten. Hoch am Wind verhilft, unter anderem, der lange Kiel zu großer Stabilität und einer guten Leistung.

Die Auslegung des 7/8-Riggs des Schiffes ist so gewählt, dass die Vorsegel über weite Windstärkenbereiche eingesetzt werden können und so weniger Vorsegelwechsel nötig werden. 2003 wurde von Hall Spars ein neuer Mast gebaut, der das Führen von symmetrischen, wie asymmetrischen Masthead-Spinnakern und eines „Code Zero“ erlaubt. Zusammen mit einem groß dimensionierten Großsegel bietet das Schiff seitdem eine deutlich verbesserte Performance auf raumen Kursen. Es macht Spaß die Aquis Granus IV zu segeln und scheinbar mühelos in zweistellige Knoten-Bereiche vorzudringen.

Deckslayout

Das Deckslayout der Aquis Granus IV ist so einfach und aufgeräumt wie möglich gehalten. So werden beispielsweise Großschot, Spibaumniederholer und die Trimmleine für die Schotwagen unter Deck geführt und gleich nach ihrem Austritt an Deck auf die jeweilige Clam Cleat beziehungsweise Winsch geführt.

Die Spinnakerführung ist eher traditionell. Zwei Achterholerblöcke an der weitesten Stelle des Rumpfes, zwei Schotblöcke außen am Heck des Bootes und zwei Barber Hauler kurz vor dem Cockpit. Die Barber Hauler sind ins Cockpit geführt und werden direkt neben dem Spibaumniederholer  bedient. Erst 2002 wurde auch ein Auge an der Bugspitze für die Tackleine asymmetrischer Spinnaker montiert, da der Segelpark in diesem Jahr um besagte Segel erweitert wurde.

 Die Führung der Großschot entspricht dem „German Sheet“-System, mit einer 2:1 Übersetzung. Dabei startet die Schot auf einer der Winschen, wird zum Mast geführt und zum Baum nach oben umgelenkt. Am Baum wird sie erneut umgelenkt und bis zur Baumnock am Baum entlanggeführt. Von dort wird die Schot durch einen Block auf dem Schotwagen und über die Baumnock zurück, entlang des Baums, am Mast  aufs Deck und zur zweiten Winsch geführt. Für den Großtrimmer steht eine gut sortierte Trimbox zur Verfügung. Aus dieser werden Unterliekstrecker, Traveller, Check Stays und Cunningham bedient. Die Leinenführung dieser Trimmeinrichtungen verläuft ebenfalls wieder unsichtbar unter Deck.

Die Schoten der Vorsegel werden durch zwei Schotwagen geführt, von denen der erste über die Trimmleine verstellbar ist. Der zweite Schotwagen ist mit dem ersten nur durch einen Vectran-Stropp fixer Länge verbunden. Mit dieser Konfiguration lassen sich bis zu 140%-Genuas setzen. Die Primary-Winschen, auf denen die Fockschoten getrimmt werden sind spezielle 3-Gang Winschen, die sich auch mit Hilfe des zentral im Cockpit aufgestellten Grinders bedienen lassen.

Zwei Runner sind über  eine 3:1 Übersetzung mit den Backstagen, den Gaspedalen unserer Yacht, verbunden. Mittels der starken Runnerwinschen können problemlos Lasten von ca. 4 Tonnen auf das Vorstag aufgebracht werden.

Die Aquis Granus IV hat zwei Steuerstände. Dadurch kann der Steuermann auf beiden Seiten des Schiffes steuern. Außerdem erhöht das System die Sicherheit, weil die Steuerleinen doppelt vorhanden sind.

Die Klaviatur liegt vor dem Niedergang und führt Großfall, Toppnant und je zwei Fractional- und zwei Masthead-Fallen.